Raumklima

Wäsche in der Wohnung trocknen – ohne Schimmel

Eine Maschinenladung gibt beim Trocknen mehrere Liter Wasser an die Raumluft ab. Wer richtig lüftet und den passenden Raum wählt, trocknet trotzdem sicher drinnen. So geht es.

Helles Altbauzimmer, in dem Leinen im Luftzug am offenen Fenster trocknet

Das Wichtigste in Kürze

  • Halten Sie die relative Luftfeuchte zwischen 40 und 60 Prozent – das empfiehlt das Umweltbundesamt.
  • Eine Ladung Wäsche gibt je nach Menge und Schleuderzahl rund 2 bis 3,5 Liter Wasser ab.
  • Lüften Sie mit weit geöffneten Fenstern (Stoß- oder Querlüften), nicht mit gekipptem Fenster.
  • Trocknen Sie in einem beheizten Raum und stellen Sie den Ständer nicht an kalte Außenwände.

Wie viel Wasser gibt eine Ladung Wäsche ab?

Nach dem Schleudern steckt noch eine erhebliche Menge Wasser in der Wäsche. Diese Restfeuchte wird in Prozent des Trockengewichts angegeben. Die HEA – Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung nennt dafür folgende Richtwerte:

SchleuderdrehzahlRestfeuchteWasser bei 5 kg Wäsche
800 U/minca. 70 %ca. 3,5 Liter
1.200 U/minca. 53 %ca. 2,7 Liter
1.400 U/minca. 50 %ca. 2,5 Liter
1.600 U/minca. 44–45 %ca. 2,2 Liter

Die Rechnung dahinter ist einfach: Trockengewicht × Restfeuchte = Wassermenge. Eine typische Ladung setzt also etwa 2 bis 3,5 Liter Wasser frei. Zum Vergleich: Ein Drei-Personen-Haushalt gibt laut Umweltbundesamt durch Atmen, Duschen, Kochen und Pflanzen ohnehin schon täglich etwa 6 bis 14 Kilogramm Wasser an die Raumluft ab.

Die richtige Luftfeuchtigkeit

Das Umweltbundesamt empfiehlt eine relative Luftfeuchte von 40 bis 60 Prozent. Liegt sie dauerhaft darüber, steigt das Risiko für Schimmel – vor allem an kalten Außenwänden und in Raumecken, wo es deutlich feuchter ist als in der Raummitte. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass in der Heizperiode schon Werte ab etwa 50 Prozent in der Raummitte kritisch sein können.

Tipp: Ein einfaches Hygrometer kostet nur wenige Euro und zeigt Ihnen, wann Sie lüften sollten. Das Umweltbundesamt rät ausdrücklich dazu.

Richtig lüften, während die Wäsche trocknet

Beim Lüften kommt es auf den kompletten Luftaustausch an. Das Umweltbundesamt empfiehlt in der Heizperiode, zwei- bis dreimal am Tag für etwa fünf Minuten pro Raum mit weit geöffneten Fenstern zu lüften; in der warmen Jahreszeit 10 bis 20 Minuten. Verbraucherzentrale und co2online raten zu drei bis vier Lüftungen am Tag. Für Räume mit trocknender Wäsche gilt: Fenster ganz öffnen und häufiger lüften.

co2online nennt als Orientierung für die Lüftungsdauer:

  • Dezember bis Februar: etwa 5 Minuten
  • März und November: etwa 10 Minuten
  • April, September, Oktober: 15 bis 20 Minuten
  • Juni bis August: etwa 30 Minuten

Ein gekipptes Fenster tauscht dagegen kaum Luft aus und kühlt den Fenstersturz aus – dort schlägt sich dann Feuchtigkeit nieder.

Welcher Raum eignet sich?

Warme Luft kann mehr Wasser aufnehmen als kalte. Trocknen Sie deshalb in einem beheizten Raum, den Sie gut lüften können. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, Wohn- und Schlafräume in der Heizperiode nicht unter 16 °C abkühlen zu lassen.

  • Gut geeignet: beheiztes Bad mit Fenster oder Lüfter, Wohnraum mit Möglichkeit zum Querlüften, Trockenraum.
  • Weniger geeignet: Schlafzimmer (dort entsteht nachts zusätzlich Feuchte), kalte oder unbeheizte Räume ohne Lüftung, fensterlose Räume.

Stellen Sie den Wäscheständer mit etwas Abstand zu Außenwänden auf und verdecken Sie keine Heizkörper. Ein Flügelwäscheständer wie der Clearact Wing steht frei im Raum, sodass Luft von allen Seiten an die Wäsche kommt.

Luftentfeuchter: sinnvoll oder nicht?

Die Stiftung Warentest hat Luftentfeuchter geprüft (Februar 2026): Ein Gerät halbierte die Trockenzeit einer Wäscheladung und entzog der Luft dabei gut zwei Liter Wasser. Ein Wärmepumpentrockner trocknet dieselbe Menge laut Stiftung Warentest allerdings deutlich günstiger. Die Leine bzw. der Wäscheständer bleibt aus Kostensicht die beste Wahl – ein Entfeuchter lohnt sich vor allem in fensterlosen oder schwer zu lüftenden Räumen.

Fazit

Wäsche in der Wohnung zu trocknen ist kein Problem, wenn Sie die Luftfeuchte im Blick behalten, mehrmals täglich stoßlüften und einen beheizten Raum wählen. Hoch schleudern spart zusätzlich Wasser in der Raumluft. Und wenn Sie einen Balkon haben: Draußen trocknet die Wäsche ganz ohne Feuchte in der Wohnung – mehr dazu im Ratgeber Wäsche auf dem Balkon.

Häufige Fragen

Wie viel Wasser gibt eine Waschmaschinenladung beim Trocknen ab?

Je nach Beladung und Schleuderzahl etwa 2 bis 3,5 Liter. Rechnung: Trockengewicht × Restfeuchte. 5 kg Wäsche mit 50 % Restfeuchte (1.400 U/min) enthalten rund 2,5 Liter Wasser.

Wie oft muss ich lüften, wenn Wäsche in der Wohnung trocknet?

Mehrmals täglich mit weit geöffnetem Fenster. Das Umweltbundesamt nennt für die Heizperiode zwei- bis dreimal täglich rund fünf Minuten; bei trocknender Wäsche sollten Sie häufiger lüften.

Ab welcher Luftfeuchtigkeit droht Schimmel?

Dauerhaft über 60 Prozent steigt das Risiko deutlich. In der Heizperiode können an kalten Wänden schon niedrigere Werte in der Raummitte kritisch sein.

Darf ich Wäsche im Schlafzimmer trocknen?

Möglich, aber nicht ideal: Nachts geben Menschen zusätzlich Feuchtigkeit ab, und Schlafzimmer sind oft kühl. Besser ist ein beheizter, gut lüftbarer Raum.

Quellen

  1. Umweltbundesamt: Wie lüfte ich richtig? (aktualisiert 13.12.2024)
  2. Umweltbundesamt: Ratgeber Schimmel im Haus (2014)
  3. Verbraucherzentrale: Heizen und Lüften (16.09.2026)
  4. Verbraucherzentrale: Schimmel in der Wohnung (17.07.2026)
  5. co2online: Richtig lüften (02.02.2026)
  6. HEA: Energietipps Waschen und Trocknen
  7. Stiftung Warentest: Luftentfeuchter im Test (11.02.2026)

Alle Quellen abgerufen am 24.09.2026. Rechtliche Hinweise ersetzen keine Rechtsberatung.

Clearact Wing

Bereit für trockene Wäsche?

Aufklappen, aufhängen, fertig. Der Clearact Wing kommt ohne Montage – in vier Farben.